Gerinneart / MaterialArt und Beschaffenheit der GerinnewandungkSt in m1/3/s
von bis
Unverbaute Fließgewässer
Natürliche Fließgewässernatürliche Flussbetten mit fester Sohle 40 
natürliche Flussbetten mit mäßigem Geschiebetrieb33 35
natürliche Flussbetten, Ufer verkrautet30 35
natürliche Flussbetten, verkrautet, je nach Umfang der Verkrautung15 35
natürliche Flussbetten mit Geröll und Unregelmäßigkeiten 30 
natürliche Flussbetten mit starkem Geschiebetrieb 28 
unebenes, bewachsenes Vorland15 25
Wildbäche mit grobem Geröll im Ruhezustand25 28
Wildbäche mit grobem Geröll in Bewegung19 22
Vorländer, ÜberflutungsflächenWiese, kein Gestrüpp, kurzes Gras28 40
Wiese, kein Gestrüpp, hohes Gras20 35
vereinzeltes Gestrüpp, dichtes Unkraut14 29
mittleres bis dichtes Gestrüpp, im Winter9 22
mittleres bis dichtes Gestrüpp, im Sommer6 14
dichter Holzbestand6 10
Buschreihen parallel zur Strömung25 30
Offene Gerinne, Kanäle und Gräben
Erde/Kiesfestes, feines Material 50 
Sohle aus Sand und Kies, gepflasterte Böschungen45 50
Feinkies 45 
Mittelkies 40 
Grobkies 35 
grobes, scholliges Material 30 
mit groben Steinen ausgelegt25 30
Erdkanäle und Gräben, stark bewachsen20 25
FelsFelsausbruch, sorgfältig bearbeitet, glatt 60 
Felsausbruch, gut bearbeitet45 50
mittelgrober Felsausbruch25 30
Felsausbruch nach sorgfältiger Sprengung20 25
grober Felsausbruch15 20
roher Felsausbruch, Sohle aus Beton40 50
sehr grober Felsausbruch, unregelmäßig15 20
NatursteinHausteinquader70 80
sorgfältiges Bruchsteinmauerwerk 70 
normales Bruchsteinmauerwerk, behauene Steine 60 
grobes Bruchsteinmauerwerk, grob behauene Steine 50 
Bruchsteinwände, gepflasterte Böschungen, Sohle aus Sand und Kies45 50
MauerwerkKanäle aus Ziegelmauerwerk, gut gefugt75 80
Mauerwerk, normal60 70
Holzneue, glatte Gerinne, gehobelt, stoßfrei90 95
gehobelte, gut gefugte Bretter85 90
ungehobelte Bretter75 85
ältere Holzgerinne, verquollen65 70
BetonZementglattstrich 100 
Beton mit Stahl- bzw. Vakuumschalung90 100
Beton, geglättet85 90
gut geschalter Beton, glatter Zementputz, hoher Zementgehalt80 85
Beton mit fugenloser Holzschalung70 75
Beton mit Holzschalung, unverputzt, neu65 70
Beton mit Holzschalung, unverputzt, alt55 65
Stampfbeton60 70
alter Beton, saubere Flächen, ohne Fugen60 65
alter Beton, schlecht verschalt, offene Fugen; Betonplatten45 50
grobe Betonauskleidung, alter Beton50 55
ungleichmäßige Betonflächen 50 
Betonschale als Entwässerungsrinne, je nach Ablagerung30 50
MetallBlechgerinne, geschweißt oder genietet, mit Innenanstrich88 92
Blech, geschweißt80 90
Blech, genietet, versenkte Köpfe75 85
Blech, genietet, nicht versenkte Köpfe65 70
Stahlspundwände (grober Anhaltswert)30 50
Kanäle mit AuskleidungWerkkanäle mit Walzgussasphalt-Auskleidung70 75
Kanäle mit Asphaltbetonauskleidung72 77
Kiesboden im Kanal, Uferböschung aus Beton40 60
Kiesboden im Kanal, Uferböschung aus Steinen in Mörtel verlegt40 50
Kiesboden im Kanal, Uferböschung aus Schotter oder Steinschüttung30 40
Kiesboden im Kanal, Uferböschung mit grob behauenen Steinen25 30
Geschlossene Gerinne
BetonBetonrohre, zusammengesetzt, Fugen geschlossen85 95
Stahlbetondruckrohre85 95
Druckstollen, sorgfältige Ausführung85 95
Druckstollen, weniger sorgfältige Ausführung70 80
MetallStahlrohr neu, glatt 100 
Stahlrohr alt, verrostet60 78
gusseiserne Rohre, neu 90 
Wellblechwände (Armco-Thyssen)32 42
Asbest-ZementRohre je nach Alter85 100

Information

Der Rauheitsbeiwert nach Strickler (oder Strickler-Beiwert) ist - anders als die absolute Rauheit in mm - kein konstanter Wert, sondern Abhängig von der Fließtiefe. Mit zunehmender Fließtiefe verringert sich der Einfluss der Rauheiten. Daher ist der Strickler-Beiwert bei geringen Abflüssen niedriger anzusetzen, als bei hohen Abflüssen im selben Querschnitt. Dieser Effekt der Fließtiefenabhängigkeit ist umso stärker, je rauer die Struktur des Untergrundes ist. 

Bei unterschiedlichen Rauheiten im Abflussquerschnitt kann der mittlere Stricklerbeiwert nach der Formel von Horten und Einstein auf dieser Seite berechnet werden.

Im angelsächsischen Raum wird anstatt dem Stricklerbeiwert der Rauheitsbeiwert nach Manning (Manning's roughness coefficient n) als Kehrwert des Stricklerbeiwertes verwendet.

Referenzen

  • Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (Hrsg.): Hydraulik naturnaher Fließgewässer. Teil 1 – Grundlagen und empirische hydraulische Berechnungsverfahren. 1. Auflage. Karlsruhe 2002.
  • Detlef Aigner, Gerhard Bollrich: Handbuch der Hydraulik für Wasserbau und Wasserwirtschaft. 1. Auflage. Beuth Verlag, Berlin 2015.
  • Kurt Lecher, Hans-Peter Lühr, Ulrich Zanke (Hrsg.): Taschenbuch der Wasserwirtschaft. Grundlagen – Maßnahmen – Planung. 9. Auflage. Springer Vieweg, Wiesbaden 2015.
  • Alfons Goris (Hrsg.): Bautabellen für Ingenieure mit Berechnungshinweisen und Beispielen. 20. Auflage. Werner Verlag, Köln 2012.
  • M. Spreafico, H. P. Hodel, H. Kaspar: Rauheiten in ausgesuchten schweizerischen Fließgewässern. Berichte des BWG, Serie Wasser, Nr. 1, Bern 2001.
  • D. Murray Hicks, Peter D. Mason: Roughness Characteristics of New Zealand Rivers. Water Resources Pubns, 2nd edition, 1998.